Mein neustes Projekt: Smarthome mit openHAB

Nach langer Pause melde ich mich wieder im Blog zurück und möchte gleich mein neustes Projekt vorstellen.

Ich habe mein „Home“ smart gemacht, bzw. bin noch dabei es immer smarter werden zu lassen. So ist dort nicht nur die Heizungssteuerung inkludiert, sondern auch teilweise Licht, Türen und Fenster. Nach meinen vordefinierten Regeln reagiert das System dann und schickt mir Push-Nachrichten auf das Smartphone oder führt bestimmte Aktionen durch.

Dies wird eine Beitrags-Reihe, in der ich mein Smarthome System Stück für Stück erkläre und auch die Installationsschritte und -Schwierigkeiten aufzeige.

Nachdem ich privat umgezogen bin und ein Umzug in den nächsten Jahren nicht mehr geplant ist, habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich mein RWE Smarthome System aus der Wohnung (welches ich mitgenommen habe) noch erweitern kann.

Die Anforderungen an das Smarthome System

Schnell war klar: Es sollte ein System sein, das mehrere andere Systeme miteinander kombinieren kann. Denn das RWE System kann nicht alles und weitere Geräte kosten Geld, man kann also nicht unbegrenzt viele einbinden. Und idealerweise soll es kostenlos und Open Source sein, und auch leicht zu bedienen. Zufälligerweise bin ich auf openHAB („open Home Automation BUS“) gestoßen. Es ist zwar für Anfänger nicht sofort intuitiv bedienbar, dafür aber sehr mächtig und beliebig erweiterbar. Da ich aber sicher sein wollte das beste System zu haben, habe ich mir auch openHAB Alternativen angeschaut wie zum Beispiel FHEM.

Auch war mir wichtig das vorhandene RWE-Smarthome (welches inzw. Innogy Smarthome heißt) einbinden zu können, daher fiel die Wahl dann auf openHAB („OH“), denn die meisten anderen können es nicht. Auch sonst scheint OH von allen Systemen die meisten Bindings zu haben, also die meisten anderen Systeme ansprechen zu können.

openHAB 2 im Überblick

openHAB ist kostenlos, Open Source, programmiert in Java und läuft daher auf vielen Plattformen wie zum Beispiel (Auszug):

openHAB ist aktuell in der Version 1.8 veröffentlicht, allerdings steht die Version 2 („OH2“) kurz vor dem Release, sodass diese auf jeden Fall empfohlen wird.

UPDATE 23.01.2017: openHAB 2.0.0 ist veröffentlicht worden.

Das System hat viele Features, es können eigene Regeln definiert werden und es kann durch viele vorhandene Plugins („Bindings“) erweitert werden. Wer will und kann, kann auch eigene Bindings schreiben um weitere Systeme anzubinden.

Die OH-Community ist groß und sehr hilfsbereit. Hier sind einige nützliche Seiten für Interessierte:

Mein OH2 Setup

Ich habe zwar eine Synology NAS, die 24/7 durchläuft, jedoch muss man dazu ein extra Paket auf die DiskStation installieren (also nicht über das Paket Zentrum), dann noch einige Schritte manuell durchführen und es gibt wohl Probleme damit, dass die Festplatten nicht mehr in den Ruhezustand fahren (dazu müsste man sonst die Logdateien auf ein USB-Gerät auslagern…).
Aus diesen Gründen entschied ich mich dagegen OH2 auf die NAS zu installieren.

Günstigste Alternative:

Der Raspberry Pi 3 (Amazon-Link). Für rund 70 Euro erhält man einen kompletten Mini-Computer. Ohne SD-Karte, Netzteil und Gehäuse ist das Gerät auch für 35 Euro zu haben.

Der „Raspi“ hat auch noch einen weiteren Vorteil im Smarthome: Mit dem HM-MOD-RPI-PCB Modul lässt er sich für 20 Euro zur Homematic-Zentrale umbauen, sodass man ein weiteres System anbinden kann. Es gab zwar einige Herausforderungen dabei, aber dazu später mehr. Homematic hat im Gegensatz zu Innogy keine Geräte-Beschränkung und ist sogar vom selben Hersteller EQ-3 (aber dennoch nicht kompatibel).

Raspberry Pi 3 mit HM-MOD-RPI-PCB Modul

So läuft schlussendlich bei mir:

  • Raspberry Pi 3 mit HM-MOD-RPI-PCB Modul (mit Anbindung an Homematic, Fenster- und Türsensoren)

und angebunden an folgende Systeme:

  • Innogy Smarthome (Heizungs-Steuerung, und eine Stehlampe)
  • AVM Fritzbox (zur Erkennung der Anwesenheit / Abwesenheit der Bewohner)
  • Wetter-Informationen
  • Samsung-TV

Und einiges mehr.

openHAB Rules

Ich habe einige Regeln geschrieben, die folgendes Verhalten bewirken (Auszug):

  • Um 7:30 werden die Heizkörper in Raum X und Y auf Temperatur Z gestellt. Abends wieder runter – das spart Energie.
  • Wenn alle Personen das Haus verlassen, wird die Temperatur runtergeregelt.
  • Wenn alle Personen das Haus verlassen, und ein Licht oder der TV ist noch an, wird dieses ausgeschaltet.
  • Wenn niemand im Haus ist, und eine Tür geht auf, so geht das Licht an und ich erhalte eine Nachricht aufs Handy.
  • Ist das Licht im Flur länger als 20 Minuten an, wird es ausgeschaltet.
  • Ist eine Tür länger als 20 Minuten offen, und die Außentemperatur ist niedriger als 15 Grad, so erhalte ich eine Nachricht aufs Handy.
  • Sinkt die Temperatur in einem Raum unter 17 Grad, so geht die Heizung an (auf 17 Grad).
  • Meldet ein Thermostat eine IST-Temperatur von über 45 Grad, so bekomme ich eine Nachricht, das gesamte Licht geht an und die Heizungen aus (Feueralarm). Außerdem plane ich die elektrischen Rollläden anzuschließen, die dann hochfahren, damit wir einen Fluchtweg haben.

openHAB Smarthome Designer

Schlusssatz

Wie gesagt wird dies eine Beitragsreihe rund um openHAB, den Raspberry Pi und mein Setup. Ich hoffe es gefällt euch und ich kann einigen bei den Hürden helfen, die ich selbst hatte.

Weiterführende Artikel in diesem Zusammenhang

Installation von openHAB unter Windows

Raspberry Pi Grundinstallation – Raspbian Jessie

Raspberry Pi – aktuelles Java mit apt-get installieren

openHAB 2.0 auf Raspberry Pi installieren

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Kommentare

  1. Thomas am 9. Januar 2017 um 07:37 sagte:

    Hallo,

    netter Artikel. Ich habe auch gerade mit Openhab 2 angefangen, da ich von FHEM weg bin. Deine umgesetzten Regeln hören sich interessant an. Hast du nicht Lust, die als Beispiele zu veröffentlichen?

    Viele Grüße
    Thomas

  2. Stephan am 14. Januar 2017 um 22:23 sagte:

    Das funktioniert mit der neuen Software von Innogy?
    Welches Binding verwendest du da? Bin schon lange auf der Suche nach einer Open Source Lösung mit welcher ich die Innogy (RWE) Geräte steuern könnte!

    Grüße,
    Stephan

    • Hi Stephan,

      ja das funktioniert mit der Innogy Software. Der Entwickler des RWE Bindings hat eine Beta-Version des Innogy-Bindings rausgebracht und entwickelt noch daran. Ich werde noch darüber berichten, aber du kannst dir den Link ja schon anschauen, lies dann aber auch auf der ersten Seite den ersten Beitrag.

      Grüße

      • Stephan am 18. Januar 2017 um 08:03 sagte:

        Super, danke für den Tipp!
        Das hat mir nun die Entscheidung „welchen Smarthome-Server verwende ich?“ Extrem vereinfacht!

        Die Installation war auf meinem RasPi2 erfolgreich! Alle meine Geräte wurden erkannt.
        Nun muss ich mich weiter mit OpenHAB beschäftigen: Remotezugriff, Homekit, Regeln, …

        Viele Grüße,
        Stephan

  3. Markus am 27. Januar 2017 um 12:41 sagte:

    Hallo,
    Ich finde deinen Beitrag echt super.
    Kannst du vielleicht ein paar deiner Regeln hochladen oder ein Bild davon machen?
    Das wäre zum lernen echt hilfreich.
    MFG
    Markus

  4. Udo am 24. März 2017 um 13:43 sagte:

    Vielen Dank für Deine Artikel, sie haben mir sehr geholfen openHAB2 auf meinem Raspi zu installieren. Bei mir laufen Hue, Sonos, Z-wave, Fritz Dect200. Mein TV ist scheinbar zu neu, da wird nur der Kanal angezeigt. Mit der PaperUI hab ich mich soweit vertraut gemacht. Mein Problem ist nun die Installation des Designers auf meinem Mac, ich kann ihn starten aber der Programmstart wird mit einer Fehlermeldung abgebrochen, ich vermute mal, dass die Verbindung zum Raspi nicht klappt, kannst du vielleicht in einem deiner nächsten Artikel eine genaue Beschreibung der einzelnen Konfigurationsschritte machen. Ich bin von openHAB absolut begeistert und habe mich gefreut, dass es so einfach ist die einzelnen Geräte einzubinden. Bei FHEM habe ich Wochenlang experimentiert, wenn ein Gerät halbwegs lief hatte ich mit einem Anderen Probleme, die Sonosplayer verfielen ständig in Tiefschlaf und in jedem Forumthread wurden immer wieder neue Gründe für das nicht Funktionieren genannt, für mich als Laien einfach unüberschaubar.

    • Hi Udo,
      danke für deinen Kommentar. Ich kann dir das nicht versprechen, da ich keinen Mac habe und es erst selbst auf einem Leihgerät testen müsste. Aber schau doch mal im Forum, da kommen einige Ergebnisse wenn man nach Mac Designer sucht.
      Ich hoffe du findest da Hilfe.
      Viele Grüße

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