Private Cloud mit Synology DSM einrichten

Es gibt viele Cloud-Dienste, die das Speichern von Dateien online in der „Wolke“ ermöglichen. Meist hat man dort 2, 5 oder 25 Gigabyte freien Speicher zur Verfügung.

Diese Cloud-Dienste haben Vor- und Nachteile. Vor allem die Sicherheit und der Schutz der Daten ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema. Wer seine, möglicherweise sensiblen, Daten nicht in fremde Hände geben möchte, kann mit einer Synology NAS einen eigenen privaten Cloud-Dienst einrichten und ist somit von niemandem abhängig und hat auch keine Größenbeschränkung. So geht es!

Der Artikel ist in folgende Abschnitte unterteilt:

DSM, was ist das?

DSM ist die Bezeichnung für das Betriebssystem der Synology NAS-Systeme, also der Netzwerkfestplatten. Es bietet über einen Internet-Browser eine hübsche Oberfläche mit verschiebbaren Fenstern, einer Sidebar und vielen Funktionen, die auch von Desktop-Betriebssystemen bekannt sind.

Das DSM ermöglicht es viele weiter Applikationen zu installieren, sowohl von Synology erstellte als auch die von Drittanbietern. Dies sind aktuell die von Synology selbst erstellten Apps:

  • Antivirus Essential
  • Audio Station
  • Cloud Station
  • DHCP Server
  • Directory Server
  • Download Station
  • HiDrive Backup
  • High Availability
  • iTunes Server
  • Mail Station
  • Mail Server
  • Media Server
  • Photo Station
  • Surveillance Station
  • Syslog Server
  • Time Backup
  • Video Station
  • VPN Server

Und es existieren viele weitere von Drittherstellern. Somit lässt sich eine „einfache Netzwerk-festplatte in einen richtigen, aber dennoch stromsparenden und leisen, Heim-Server verwandeln.

Ich selbst habe eine DS210J zu Hause. Darin laufen zwei 2TB-Festplatten in einem RAID 1, das bedeutet, alle Daten liegen auf beiden Festplatten identisch ab. Sollte eine Festplatte kaputt gehen, so habe ich dennoch alle Daten auf der anderen. Inzwischen gibt es mehrere Nachfolger, aktuell ist das Model DS213 (Amazon-Link), welches mit mehr RAM und besserem Prozessor aufwartet.

Und nun zum Einrichten der privaten Cloud, Schritt für Schritt:

DynDNS Namensauflösung einrichten

Synology bietet zwei Möglichkeiten an, sich mit der Disk Station zu verbinden:

  • IP-Adresse oder Domain-Name
  • Synology QuickConnect

Für die Verbindung mit QuickConnect ist keine Aktion an dieser Stelle erforderlich. Hier gehts weiter mit dem nächsten Punkt Installation.

Soll das nicht verwendet werden, so besteht die folgende Möglichkeit:

Da sich die öffentliche IP-Adresse bei einem privaten Internetanschluss normalerweise alle 24 Stunden ändert, wird ein Name benötigt, um den eigenen Cloud-Server zu Hause immer unter demselben Namen erreichen zu können.

Die Synology hat im EZ-Assistenten eine Unterstützung für den Dienst No-IP.com integriert. Wie diese einzurichten ist, ist in der Anleitung „So greifen Sie über das Internet auf Ihre Synology DiskStation zu“ erklärt.

Wer bereits eine DDNS-Adresse hat (z.B. in der Fritzbox oder anderem DSL-Router konfiguriert), benötigt das selbstverständlich nicht mehr. Dennoch empfehle ich den Artikel zu lesen, da dort auch Infos zur Router-Konfiguration und Portweiterleitung zu finden sind. Die Cloud Station wird übrigens über den TCP Port 6690 angesprochen.

Nun sollte die NAS über das Internet erreichbar sein.

Synology Cloud Station installieren

Die Cloud Station ist eine der vielen Applikation. Hier eine Beschreibung des Herstellers selbst:

Die Cloud Station ist ein Dateifreigabedienst mit Schwerpunkt Dateisynchronisierung zwischen DiskStation, Computern und mobilen Geräten. Jedes Mal, wenn Sie eine Datei auf einem der Geräte hinzufügen, entfernen oder bearbeiten, wird die Änderung automatisch auch auf den anderen Geräten vollzogen. Die Cloud Station unterstützt die Dateifreigabe zwischen mehreren Benutzern und bewahrt bis zu 30 Vorversionen auf.

Softwarespezifikationen

  • Dateien auf PC, Mac, mobilen Geräten und der DiskStation übergreifend synchronisieren
  • QuickConnect-Unterstützung
  • Privilegieneinstellung, um die Cloud Station für ausgewählte Benutzer zuzulassen
  • Clientliste zum Durchsuchen von allen verbundenen Clients/Geräten
  • Link von Clients aus Clientliste aufheben
  • Papierkorb zum Abrufen gelöschter oder historischer Dateiversionen
  • Maximale Anzahl historischer und gelöschter Dateiversionen: 32
  • Gemeinsame Ordner mit mehreren Clients synchronisieren
  • Maximale Anzahl synchronisierter gemeinsamer Ordner: 2
  • Maximale Größe einzelner Dateien, die synchronisiert werden sollen: 5 GB
  • SSL-Verschlüsselung der Datenübertragung
  • HTTPS-Tunneling-Unterstützung
  • Proxyunterstützung
  • Cloud Station-Clients für Windows XP und Mac OS X 10.6 und höher

Aber das Beste ist: das Ganze kostet keinen Cent, vom Gerät selbst und den Festplatten mal abgesehen. An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen: Nein, das ist kein bezahlter Artikel oder Werbung, ich finde es lediglich ein super Preis-Leistungs-Verhältnis 🙂

Die Cloud Station wird bequem im Package Center heruntergeladen:

Synology Peket-Zentrum

Synology Cloud Station Installation

Wird hier „Installieren“ geklickt, so erscheint die Applikation nach einem kleinen Moment:

Synology Cloud Station App

Hier kann das installiere Programm nun geöffnet werden.

Synology Cloud Station Starten

Klickt man auf „Cloud Station aktivieren“ und dann auf übernehmen, so erscheint unter Umständen eine Meldung:

Aktivieren Sie bitte erst den „Benutzerbasis“-Dienst unter „Hauptmenü“ > „Bedienfeld“ > „Benutzer“).

Synology Cloud Station Starten Benutzerbasis-Dienst

Diese Meldung wird mit Ja bestätigt und öffnet die Maske Benutzer-Home-Dienst aktivieren:

Synology Benutzer-Home-Dienst aktivieren

Der Dienst sollte dann auch entsprechend eingeschaltet werden. In diesem Fall muss die Cloud Station erneut aktiviert werden (siehe zwei Bilder zuvor).

Ist es geschehen, so erscheint bei QuickConnect eine ID und der Status:

Synology Cloud Station Starten 3

Unter dem Reiter Berechtigungen muss der Benutzer nun dazu berechtigt werden die Cloud Station verwenden zu dürfen. Arbeitet ihr mit dem Admin-Benutzer, ist das bereits der Fall.

Synology Cloud Station Berechtigungen

Nun ist die NAS bereit und der Cloud-Dienst fertig konfiguriert.

Cloud Station Windows Client installieren

In der Download-Sektion des Herstellers gibt es einen Client für Windows und Mac:

Synology Cloud Station Windows Client

Nach dem Herunterladen wird die Setup-Datei gestartet und wie üblich mit Weiter, Weiter, Weiter durchgeklickt. Danach startet das Programm und fragt nach der Konfiguration:

Synology Cloud Station Client 1

Synology Cloud Station Client 2

In diesem Fenster wird die QuickConnect ID eingegeben oder der DynDNS-Domänenname. Ich wähle die QuickConnect Variante.

Synology Cloud Station Client Fehler

Als Benutzername wird hier ein normaler Benutzer in der Disk Station angegeben, zum Beispiel „admin“. Solltet die Meldung erscheinen „Dateien konnten nicht mit DiskStation synchronisiert werden, da Privilegien für Cloud Station geändert wurde. Fragen Sie Ihren DSM-Administrator“, so hat der Benutzer keine Berechtigungen innerhalb der Cloud Station App. Siehe weiter oben.

Synology Cloud Station Client Dateipfad

Nun wird der Computername definiert und der Dateipfad angegeben, an dem die zu synchronisierenden Dateien abliegen sollen.

Synology Cloud Station Client 4

Die Konfiguration ist abgeschlossen und der Setup-Assistent beglückwünscht uns. Dabei war es gar kein Hexenwerk…

Ab diesem Zeitpunkt werden im angegebenen Verzeichnis alle Dateien mit der DiskStation synchronisiert, es ist lediglich eine Internet-Verbindung notwendig.

Synology Cloud Station Client Ordner

Die Symbole sehen denen von Dropbox sehr ähnlich.

Das wars, mehr ist nicht notwendig.

Den Mac-Client habe ich nicht getestet, er wird aber ähnlich aussehen und funktionieren.

Cloud Station auf mobilen Geräten

Für mobile Geräte steht auch eine App zur Verfügung, „DS File“.

Die Android-Version konnte ich nicht testen, sie wird sich aber kaum von der iOS-Variante unterscheiden vermute ich.

DS File App

Wird die Applikation gestartet, so erscheint erstmal ein Anmeldedialog. Auch wenn hier steht „Adresse oder QuickConnect ID“, so wird es nicht funktionieren es hier einzugeben. Diese Informationen sind für den WebDAV Zugriff, nicht für die Cloud Station. Für den Cloud-Zugriff muss unten rechts zu Einstellungen gewechselt werden.

DS File Cloud Station Verknüpfung

Hier ist auch eine entsprechende Option zu finden, „Verknüpfung zu Cloud Station“. Nachdem sie gewählt wird, fragt das Programm nach Anmeldeinformationen:

DS File Cloud Station Anmeldung

Sind die korrekten Daten eingegeben, so ist die Anmeldung komplett und die Dateien können angezeigt werden:

DS File Dateien

Nachteile einer privaten Cloud

Natürlich hat jede Medaille auch zwei Seiten. So wären das bei einer privaten, selbstgehosteten Cloud, die folgenden:

Stromverbrauch

Soll der Dienst ständig zur Verfügung stehen, so muss die Disk Station auch permanent eingeschaltet sein. Das zieht natürlich entsprechende Strom-Kosten nach sich, auch wenn die Synology-Geräte sehr stromsparend sind.

Upload- und Download-Geschwindigkeit

Je nach Internet-Anschluss zu Hause ist die Upload-Geschwindigkeit meist nicht sehr hoch. Upload von zu Hause bedeutet Download an einem anderen Ort. Ist die eigene Cloud gut befüllt, kann die Synchronisierung eines (neuen) Gerätes einige Zeit in Anspruch nehmen.

Öffentliche Freigaben nicht möglich

Ich habe keine Möglichkeit gefunden Dateien per öffentlichen Link für andere Benutzer zum Download freizugeben. Schade an der Stelle.

Fazit

Wer einen Cloud-Service nutzen möchte, aber den Herstellern wie Dropbox, SkyDrive oder Google Drive nicht vertraut oder sie aus anderen Gründen nicht nutzen möchte, kann mit einer Synology Disk Station auch eine eigene Cloud erstellen. Diese ist über das Internet erreichbar und der Benutzer hat zu jeder Zeit die volle Kontrolle über seine Daten. Auch besteht hierbei keine Beschränkung des Speicherplatzes, es können komplette Festplatten mit Terabytes an Daten verwendet werden.

Wer über die kleinen Nachteile hinwegsehen kann, wird dabei voll auf seine Kosten kommen.

Private Cloud mit Synology DSM einrichten
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Kommentare

  1. Jürgen am 6. Januar 2013 um 14:12 sagte:

    Hallo,
    danke für die Anleitung,
    bei mir kommt aber die Fehlermeldung „Database operation fail, please try again!“ nachdem ich –weiter- bei „Ordner für Synchr. auswählen“ klicke.
    Danke
    Gruß
    Jürgen

    • Hi,

      ich kenne das Phänomen nicht. Hast du schon versucht die App zu deinstallieren und dann wieder zu installieren?

      Grüße

      • Jürgen am 7. Januar 2013 um 18:33 sagte:

        Hallo,

        ich hatte völlig vergessen, das ganze auf dem iPad zu testen und siehe da, da geht es. Also liegt der Fehler irgendwie an meinem Rechner oder an dem Client.
        Ich werde weiter probieren.
        Danke trotzdem für Deine Antwort und weiter so, mit Deinem Blog.

        Gruß
        Jürgen

  2. Elias am 9. Januar 2013 um 16:42 sagte:

    Ich bin auf den Beitrag gestossen, weil ich an einem meiner Rechner (Mac) auch das Problem von Viktor habe. „Database operation fail, please try again!“. Ich habe das Package auf der Diskstation schon komplett deinstalliert und wieder neu installiert, jedoch besteht das Problem weiterhin. Irgendwelche Lösungsvorschläge? Der Synology-Support schreibt nur, dass er das Problem nicht reproduzieren kann :-/

  3. Hab es auch getestet und die Cloud ist echt gut ging ruck zuck bei mir und funktioniert problemlos auf meinen Ipad. Danke für den Artikel guter Blog ! Mal schauen was ich hier noch so finde 🙂

  4. Herbyak am 11. Februar 2013 um 11:35 sagte:

    Hallo,

    sehr guter Beitrag, den ich noch um folgendes ergänzen möchte:
    falls die log-in Daten verändert werden, muss die CloudStation auf dem Client neu installiert werden, damit die neuen Daten übernommen werden. Dabei tritt das Problem auf, dass man die alten Daten nicht ohne weiteres überschreiben kann, da diese auf einer versteckten Datei auf dem PC/Mac liegen. Dieses Verzeichnis muss zuerst gelöscht werden und erst dann kommt man wieder in den Cloud Station Wizzard, um die neuen log-in Daten einzugeben.
    Die versteckte Datei findet man im home-Verzeichnis unter „.CloudStation“ – auf dem Mac. Hier die Unterverzeichnisse „db, log und session“ einfach löschen und dann den Installer neu laufen lassen.
    Gruß,
    Herbyak

  5. Hallo Viktor,

    ein wirklisch schöner und ausführlicher Beitrag, der mich jetzt dazu bewegt hat, mich mit Synology etwas mehr auseinander zu setzen. Ich glaube, du hast meine Kaufentscheidung gerade ein wenig beeinflusst 😉

    Viele Grüße,
    Klaus

  6. Hallo Viktor! Danke für den ausführlichen Beitrag. Habe eine Synology schon seit längerem nutze aber die Cloud Station nicht, obwohl ich ein Dyndns angeschlossen habe.

    Ich empfehle dennoch echtes Cloud zu nutzen. Ich mache das als zusätzliches Backup der wichtigen Daten, die ich nicht immer synchron halten muss. Amazon und Strato bieten da gute Möglichkeiten.

  7. Öffentliche Freigabe sind möglich, aber versteckt: Du kannst über die Filestation auf der Diskstation-Web-Oberfläche mittels Rechtsklick eine Datei freigeben und er generiert einen Link. Wenn Du unter QuickConnect auch noch „Gemeinsame Dateien“ anhakst, kriegst Du auch eine schöne Kurz-URL und musst Deine DiskStation nicht über Port 5000 oder 5001 erreichbar machen.

  8. alamos am 16. September 2013 um 16:59 sagte:

    Hallo, bin absoluter Neuling und auch nicht mehr ganz taufrisch. Soweit so gut, auch bei mir kommt an dieser Stelle die Meldung: Database Operation fail, please try agan. Leider kommt bei mir noch das Problem dazu dass ich des englischen nicht kundig bin. Damit endet die Einrichtung an dieser Stelle.
    Kann mir weiterhelfen? Habe auch im Netz keine Lösung gefunden.
    Vielen Dank im Voraus.
    alamos

  9. Sascha Henn am 8. November 2013 um 20:48 sagte:

    Hi Viktor,

    bin über Google auf diesen Artikel in Deinem Blog gestoßen und damit hast Du mir echt weitergeholfen. Finde den Blog klasse.

    Beste Grüße von Deinem ehemaligen Berufsschulkameraden
    Sascha

    • Hey Sascha,

      freut mich von dir zu hören. Ja, Zufälle gibt es 😉

      Und natürlich freut es mich, dass ich weiterhelfen konnte und auch dein Feedback!

      Wir sehen uns!
      Viktor

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