Disaster Recovery für Server, Webserver und Heimserver

Fällt ein Heimserver aus, so sind Ausfallzeiten von einer Woche meist kein allzu großes Problem.
Anders sieht es jedoch bei (kritischen) Servern im Firmennetzwerk oder Webservern aus. Hier sind lange Ausfallzeiten oft mit hohen Kosten verbunden. Handelt es sich um einen öffentlich zugänglichen Webserver, kann auch ein Verlust von Besuchern die Folge sein.

Daher gilt es vorzusorgen.

Problematik herkömmlicher Backups

In meinem Artikel „Backup Strategien für den Heimcomputer“ beschreibe ich mögliche Wege um einzelne Daten und Ordner des Heimcomputers zu sichern. Dabei wird jedoch nicht das komplette Betriebssystem mitgesichert. Das bedeutet: Fällt die Festplatte oder ein anderer Teil des Computers aus, so muss das entsprechende Teil ersetzt, Windows neu installiert, und die Daten wieder auf den Computer zurückgespielt werden.
Selbsterklärend, dass das sehr zeitaufwändig ist.

Hochverfügbare Serversysteme

Kritische Serversysteme können durch redundante Server hochverfügbar gemacht werden. Das bedeutet, dass zwei oder mehr Server dieselben Aufgaben übernehmen. Üblicherweise ist einer der beiden „Nodes“ (Knoten) aktiv und erledigt alle Aufgaben. Fällt der Server oder ein Dienst davon aus, wird automatisch auf den anderen Server gewechselt, sodass dieser ziemlich nahtlos zur Verfügung steht.
Da das jedoch sehr kostenintensiv ist und die Kosten nicht immer gerechtfertigt sind, muss nach anderen Möglichkeiten gesucht werden.

Backup inklusive Betriebssystem

Ein, wie ich finde sehr interessanter, Ansatz ist, das komplette Betriebssystem inklusive aller Daten zu sichern.
Der Deutsche Storage Spezialist „Cristie Data Products GmbH“ (Cristie.de) bietet dafür die Lösung namens „Cristie Bare Machine Recovery„. Das Backup-Programm sichert das komplette Betriebssystem. Der Clou: Das Betriebssystem kann auch auf andere, komplett unterschiedliche, Hardware zurückgespielt werden und läuft anschließend einwandfrei.

Ich vermute, dass das Betriebssystem dabei einem SysPrep unterzogen wird. So ist der Kern des Betriebssystems hardwareunabhängig und kann überall eingesetzt werden. Sogar auf Virtuelle Maschinen (VMWare, Microsoft Virtual PC) kann der Server übertragen werden. Und das spart Kosten, da noch nicht einmal zusätzliche Hardware bereitgehalten werden muss.

Die Funktionsweise beschreibt der Software-Hersteller auf seiner Webseite folgendermaßen:

CBMR besteht aus einer Windows-Anwendung zum Backup und einer bootfähigen Windows PE-CD zur Wiederherstellung. Im Desasterfall wird das reparierte, ergänzte oder neue System über die CBMR-CD gestartet. Die CBMR Recovery Konsole ermöglicht das Einlesen der Konfiguration (z.B. Partitionierung), sowie die Integration zusätzlicher Treiber. Das Windows-System ist in kürzester Zeit zum Stand der letzten Sicherung wieder hergestellt.

Laut Hersteller-Webseite ist ein solcher Disaster Recovery-Vorgang in 15 Minuten erledigt:

Cristie CBMR Recovery

Quelle: www.cristie.de

Dadurch kann ein Server innerhalb von 15 Minuten wieder online sein. Ich denke zwar, dass es bei großen Servern mit vielen Daten (z.B. Fileserver) etwas länger dauern wird, nichtsdestotrotz ist das im Vergleich zum Aufsetzen eines neuen Servers sehr schnell.

Über Windows hinaus bietet Cristie auch Versionen für IBM Tivoli und EMC NetWorker an.

Die Backup und Recovery Software gibt es in 30-Tage Testversionen. Preise nennt der Hersteller auf seiner Webseite nicht.

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Kommentare

  1. Hochverfügbarkeit ist immer wieder ein brisantes Thema. Der von Dir angesprochene „nahtlose Übergang“ ist besonders wichtig: Was hilft eine aktuelle Datensicherung, wenn mehrere Stunden vergehen, bis das System wieder lauffähig gemacht wurde? Deshalb sollte man sich (neben einer guten Backup-Strategie) eine ebenso sinnvolle Restore-Strategie überlegen.

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