Dropbox Ordner verschlüsseln

Wer Dropbox, oder einen anderen Cloud-Service, auch für sensible Daten nutzen möchte, sollte in Betracht ziehen die Dateien zu verschlüsseln, bevor sie auf den Dropbox-Server hochgeladen werden.

Aber auch wenn der Computer mit mehreren Personen geteilt wird, kann der Wunsch entstehen einige Dateien zu verschlüsseln, um sicherzugehen, als einziger darauf zugreifen zu können.

Hierfür gibt es mehrere Programme. Eines stelle ich hier vor.

Der Dienst Cloudfogger ermöglicht es Ordner-Inhalte, aber auch einzelne Dateien, zu verschlüsseln. Ein Vorteil: Der Dienst ist und bleibt für Privatpersonen kostenlos.

Die Installation

Die Installation läuft relativ unspektakulär ab. Einige mal auf „Weiter“, schon ist es erledigt. Am Ende der Installation stellt der Assistent fest, dass Dropbox bereits installiert ist und schlägt vor, innerhalb des Dropbox-Ordners einen Cloudfogger-Ordner zu erstellen.

Cloudfogger Installation

Nach wenigen Schritten ist der Setup-Assistent auch schon fertig und bietet an das Programm im Anschluss zu starten.

Cloudfogger Abschluss der Installation

Nach wenigen Augenblicken startet das Programm automatisch den Einrichtungsassistenten.

Cloudfogger Einrichtungsassistent

Bei der ersten Einrichtung ist natürlich der erste Punkt zu wählen, um ein neues Konto anzulegen. Wird das Programm auf einem zweiten Computer installiert und existiert schon ein Konto, wählt ihr den zweiten Punkt.

Das Programm generiert nun eine eindeutige Benutzer-ID und erwartet die Eingabe eines Passworts.

Cloudfogger Einrichtungsassistent um ein Konto einrichten

Ihr solltet zu eurer eigenen Sicherheit ein sicheres Passwort wählen, welches aus mehr als sechs Zeichen besteht, darunter Klein- und Großbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen. Merken müsst ihr euch das ja nicht unbedingt, dafür gibt es schließlich KeePass. Ferner gibt es die Möglichkeit das Passwort auf dem Computer zu speichern. Wählt ihr das nicht, müsst ihr es immer wieder (beim Entschlüsseln der Dateien) eingeben. Das sorgt für erhöhte Sicherheit der verschlüsselten Dateien auf dem lokalen Computer.

Nach einem Klick auf „Weiter“ ist die Einrichtung auch schon vollendet und bietet an, weitere Informationen zu erhalten.

Cloudfogger Einrichtungsassistent abgeschlossen

Nun ist das Programm auch im Tray von Windows zu sehen:

Cloudfogger Trayicon

Wird das Symbol angeklickt, öffnet sich dieses Menü:

Cloudfogger Trayicon Kontext

Hinter dem Punkt „Einstellungen“ verbergen sich drei Reiter:

Cloudfogger Einstellungen Allgemein

Allgemein

Cloudfogger Einstellungen Kontodetails

Kontodetails

Laufwerk

Laufwerk

Die Optionen sprechen für sich.

Wie im letzten Bild („Laufwerk“) zu sehen ist, kann ein Laufwerksbuchstabe vergeben werden. Dieser ist für das neue Laufwerk, das sich unter Arbeitsplatz / Computer befindet:

Cloudfogger Laufwerk

Dieses Laufwerk zeigt den Inhalt des Cloudfogger-Orders an. Der wiederum befindet sich im Dropbox-Ordner:

Cloudfogger Dropbox Ordner

In den Laufwerk-Optionen lässt sich der Ordner-Pfad aber anpassen, sofern gewünscht. Damit würde Laufwerk X auf den neuen Ordner zeigen.

Die Funktionalität von Cloudfogger

Cloudfogger verschlüsselt automatisch alle Dateien, wenn sie über das Laufwerk (X) in den Ordner eingefügt werden. Werden Dateien hingegen direkt in den Ordner unterhalb des Dropbox-Ordners hinzugefügt, so werden sie unverschlüsselt abgelegt. Sie können aber nachträglich noch verschlüsselt werden, dazu komme ich gleich.

Verschlüsselte Dateien sind am Cloudfogger-Symbol (Schutzschild) zu erkennen und erhalten die Endung .cfog. Ohne das Cloudfogger Programm in Verbindung mit Benutzername und Passwort können sie nicht geöffnet werden. Wer das Passwort vom Programm speichern lässt, oder während einer Sitzung einmal eingegeben hat, kann diese Dateien ganz normal per Doppelklick öffnen. Sie werden dann automatisch entschlüsselt. Ansonsten fordert das Programm auf das Passwort einzugeben.

So sehen die Eigenschaften einer verschlüsselten Datei aus:

Cloudfogger Eigenschaften verschlüsselte Datei

Das Verschlüsselungsprogramm kann Dateien jederzeit ver- und entschlüsseln. Unabhängig davon wo sie sich befinden. Also auch außerhalb des Ordners, der per Laufwerk X angesprochen wird.

Dazu gibt es im Kontextmenü von Windows einen entsprechenden Eintrag:

Cloudfogger Kontextmenü Foggen

Verschlüsseln

 

Cloudfogger Kontextmenü Defoggen

Entschlüsseln

So können Dateien überall auf dem Computer verschlüsselt und wieder entschlüsselt werden.

Über den Menüpunkt „Freigaben verwalten“ ist es möglich eine verschlüsselte Datei anderen Cloudfogger-Benutzern verfügbar zu machen. Hier muss lediglich die Benutzer-ID der Benutzer eingetragen werden. Schon wird der Schlüssel, mit dem die Datei entschlüsselt werden kann, den Benutzern zur Verfügung gestellt und sie können die Datei öffnen. Da jede Datei einen eigenen Verschlüsselungsschlüssel besitzt, wird der Zugriff auch nur auf diese eine Datei ermöglicht, auf keine andere.

Cloudfogger Freigaben

Der Dienst funktioniert nicht nur zusammen mit Dropbox, sondern auch mit Box.net, SkyDrive und anderen Online-Festplatten. Selbstverständlich kann die Verschlüsselung aber auch ohne Online-Festplatte verwendet werden.

Verschlüsselungsmethode

Das Tool nutzt – genau wie KeePass – den AES (Advanced Encryption Standard) Verschlüsselungsalgorithmus um die Dateien mit 256bit zu verschlüsseln. Dieser gilt heute als absolut sicher und wird auch von Regierungsbehörden für hoch-sensible Daten verwendet. Das Verfahren ist mit heutigen Mitteln nicht knackbar.

Was kostet Cloudfogger?

Wie oben bereits erwähnt, ist und bleibt das Programm für Privatpersonen kostenlos. Es sind kostenpflichtige Varianten geplant, die weitere Funktionen mitbringen sollen. Welche das sein werden, wird aktuell nicht genannt.

Betriebssysteme

Aktuell gibt es das Programm lediglich für Windows. Laut Hersteller sind jedoch Varianten für Mac, Android und iOS geplant. Ein Zeitpunkt wird vom Hersteller nicht genannt.

Zitat aus der Knowledge Base:

There will definitely be a version for Mac OS X in the future. Unfortunately we don’t know the timeframe yet.

Dasselbe schreibt der Hersteller zu Android und iOS.

Update: Die Android App ist bereits erschienen und kann bei Google Play heruntergeladen werden.

Im Uservoice Bereich des Herstellers können Benutzer neue Funktionen vorschlagen und für bestehende Vorschläge abstimmen.

Fazit

Der Verschlüsselungsdienst sieht nach dem ersten Test sehr gut aus. Das Programm ist einfach und intuitiv zu bedienen und bietet gleichzeitig Sicherheit auf höchstem Niveau. Es erlaubt auch die Dateien anderen zur Ansicht zur Verfügung zu stellen. Somit können Dateien sowohl über eine Online-Festplatte, als auch über E-Mail geteilt werden – garantiert ohne den Zugriff dritter Personen.

Durch die 256bit-Verschlüsselung ist sichergestellt, dass nur berechtigte Personen den Inhalt der Dateien einsehen können – unabhängig davon wo die Dateien sich befindet.

Habt Ihr Anregungen oder (bessere?) Alternativen? Hinterlasst mir einen Kommentar!

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Kommentare

  1. Bin auch zufriedener Anwender. Schön intuitiv gemacht, ggf. wird sich das durchsetzen, der Datensicherheit und dem Bewusstsein dafür täte es gut.

  2. Vielleicht genau das richtige für mich. Nicht weil Ich Dropbox, oder einen anderen Cloud-Service nutzen möchte aber um die Daten auf meinem PC zu verschlüsseln so dass, wenn mein PC gehackt wird, die Hacker nichts mit meinen Daten anfangen können.

  3. Finde es eine sehr Sinnvolle Sache. Besonders da es dank der Viren für Hacker immer leichter wird an die Daten unsere PCs zu kommen. Da kommt mir eine Verschlüsselung grade recht.

  4. Bei Sicherheitsfragen ist es immer gut auf bewährte und etablierte Werkzeuge zu setzen. Cloudfogger scheint neu und noch relativ unbekannt zu sein. es liegen somit nur wenig Erfahrungen vor.

    Ein Punkt, der bei mir Fragen aufwirft, ist der Umstand, dass es sich um einen Dienst handelt, bei dem man sich anmelden muss. Gute Cryptolösungen sollten stand-alone funktionieren.

    Wo liegen in Deinen Augen die Vorteile diese Dienstes, dass Du das Risiko eingehst, auf ein ggf. noch unausgereiftes System zu setzen?

  5. Nachfrage: Woher hast Du die Erkenntnis, dass jede Datei einen eigenen Schlüssel hat?

    • Hallo Thomas,

      danke für deinen kritischen, aber sehr konkstruktiven, Beitrag.

      Grundsätzlich gebe ich dir recht, in Sachen Security ist eine Standalone Lösung ohne Anmeldepflicht „das einzig Wahre“. Doch wird dabei meist jede Datei mit demselben Schlüssel verschlüsselt. (sicheres) Teilen mit anderen ist damit praktisch nicht möglich.

      Cloudfogger bietet meiner Meinung eine Lösung für genau dieses Manko. Dateien lassen sich mit anderen Benutzern teilen und bleiben dabei verschlüsselt.

      Verstehe mich bitte nicht falsch; ich sage nicht, dass die Lösung sicher ist. Ich habe das Programm lediglich getestet und bin der Meinung es sei ein guter Ansatz. Alles andere wird sich zeigen bzw. sollen wirkliche Sicherheitsexperten beurteilen. Und laut Hersteller werden die Dateien mit AES 256 verschlüsselt, was heute als sicher gilt.

      Die Info deiner Nachfrage habe ich aus der Knowledge Base:
      http://cloudfogger.kayako.com/Knowledgebase/List/Index/7/security

      Dort stehen zwei Sätze:
      „Each file uses its own, unique AES key – that allows sharing files with different people“
      Und
      „every file contains a unique AES key which is stored in the file itself“

      Viele Grüße,
      Viktor

  6. Das ist genau das richtige für mich, vielen Dank für den Beitrag. Ich bin selbst Dropboxnutzer und habe mich schon das ein oder andere mal gefragt, wie sicher meine Dateien sind, besonders diese, die man mit anderen teilt. Nun muss ich nur noch die anderen Nutzer mit denen ich die Dropbox teile davon überzeugen, was vielleicht ein kleiner Nachteil sein könnte

    LG

  7. Das ist ja mal wirklich interessant, wusste bis dato gar nicht, dass so etwas überhaupt bei der Dropbox möglich ist. Dennoch bin ich bei dem Thema Sicherheit im Internet ein wenig skeptisch, weshalb ich wirklich sensible Daten wohl auch weiterhin nicht über die Dropbox freigeben werde. Die Funktion ist dennoch nützlich, da ja grundlegend niemand in meine Sachen und Dateien einsehen können soll.

  8. Sven am 17. April 2012 um 11:29 sagte:

    Der Service an sich ist nicht uninteressant, allerdings teile ich die Bedenken von Thomas. Man muss sich neuerdings(?) zwar nicht (mehr) bei Cloudfogger anmelden, der Client definiert aber eine ID. Ein wichtiger Punkt sollte nicht unerwähnt bleiben (wie ich schon bei Caschy schrieb): “The RSA public/private key pair is crucial for the integrity of the whole security system” und “RSA private keys are stored on the Cloudfogger server to allow convenient installation of the product on several devices – but all keys are again encrypted with 256 bit AES based on the user’s password, so the Cloudfogger servers will not be able to decipher the keys”. Letztlich hängt die Sicherheit also wie bei den meisten vergleichbaren Lösungen von der Komplexität des gewählten Passworts (encFS, Boxcryptor) und/oder dem Handling (Truecrypt) ab. Spätestens wenn das Ganze plattform-übergreifend funktionieren soll, sind die etablieren Lösungen durch die Verfügbarkeit entsprechender Clients momentan noch die bessere Wahl.

  9. Verschlüsselt oder nicht, sobald man Internet hat ist das eine Sicherheitslücke. Es ist noch garnnicht lange her wo Privatbilder von einem Drop Box nutzer im Netz aufgetaucht sind.Facebook machts vor! 😉

  10. Florian am 20. Juli 2012 um 23:24 sagte:

    Moin,
    bei mir kommt die Fehlermeldung „Verfügbares Limit erreicht“. Welches Limit ist damit gemeint? Ich kann auf der Homepage keinerlei Infos zum Limit finden…
    Gruß,
    Flo

  11. marcus am 17. Juli 2013 um 09:36 sagte:

    hey,

    habe Cloudfogger installiert, aber es wurde kein extra Laufwerk installiert, Dropbox wurde gleich verschlüsselt als Autofogg Datei, kann dort die Dateien aber nicht defoggen, will nicht alle Ordner verschlüsseln.

    Wer kann helfen?

    Danke

  12. Markus am 11. November 2013 um 23:03 sagte:

    Hallo,

    habe folgendes Problem und würde mich über Lösungsansätze freuen.
    Teile mit einem Kollegen einen Dropbox-Ordner den der Kollege mit cloudfogger verschlüsselt hat. Er hat mich als User bei Cloudfogger hinzugefügt. Soweit alles gut, ich kann die Dateien lesen und bearbeiten. Sobald ich aber eine Datei in diesem Ordner einstelle kann der Kollege sie nicht öffnen. Wie gibt man sich also gegenseitig die Freigabe und Entschlüsselung für einen Ordner?
    Wir haben uns in Cloudfogger jeweils per Eingabe der Emailadressen eingeladen. Funzt aber irgendie nicht 🙁

    Gruß Markus

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