Cloud Computing – Was ist das?

Das Schlagwort „Cloud Computing“ ist aktuell in aller Munde.

Vielleicht fragt ihr euch nun: Was ist das überhaupt? Was tut es, wozu ist es gut und welche Haken hat es?

Auf diese Fragen gehe ich heute ein.

Der Begriff Cloud ist Englisch und bedeutet ins Deutsche übersetzt ganz einfach „Wolke“. Doch was hat eine Wolke mit Computern zu tun? Nun, das kommt von der Schematischen Darstellung von Netzwerken in der Informatik. Zeichnet man ein Netzwerk auf, so steht ein Symbol in Form einer Wolke für das Internet.

Internet Cloud

Kurz gesagt: Cloud Computing hat etwas mit dem Internet zu tun. Und tatsächlich steht es für Dienste, die online verfügbar sind. Ein – dem Wortsinn nach – einfaches Beispiel sind E-Mails, die per Webmail empfangen und verschickt werden. Wenn ihr eure E-Mail über das Web-Menü eures Mail-Providers verschickt und empfangt, so ist das eine Cloud-Anwendung, denn:

  • Der Dienst ist komplett online verfügbar
  • Der Dienst ist von überall erreichbar – es werden lediglich die korrekten Zugangsdaten benötigt
  • Es wird nicht zwangsweise ein Programm auf dem lokalen Computer benötigt

Diese Eigenschaften machen einen typischen Cloud-Dienst aus.

Es gibt viele verschiedene Cloud-Computing-Anwendungen, beispielsweise:

Online-Festplatten. Eure Dateien liegen „in der Wolke“ beim Anbieter und sind mit den Zugangsdaten von überall erreichbar. Beispiele: Dropbox, SkyDrive.

Notizbücher. Eure Notizen sind in einem oder mehreren Notizbüchern online gespeichert und so vom Computer als auch vom Smartphone aufrufbar. Beispiel: Evernote.

Office-Anwendungen: Microsoft (Office 365), Google (Google Docs) und einige andere Anbieter stellen Dienste zur Verfügung, mit denen sich Dokumente und Tabellen komplett online über den Internet-Browser erstellen und verwalten lassen.

Aufgaben und Termin-Planung: Die meisten Mailing-Provider bieten diese Funktionen an. Es gibt jedoch auch extra Dienste, mit denen sich ToDos verwalten lassen. Ein Beispiel ist Producteev, mit dem Aufgabenlisten verwaltet werden können.

Und viele andere mehr. Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.

Vor- und Nachteile von Cloud Computing

Natürlich haben Cloud-Dienste viele Vorteile. Jedoch sollte man sich auch über die Nachteile Gedanken machen.

Zu den Vorteilen zählen:

Überall verfügbar: Ihr habt von überall Zugriff auf eure Daten und Informationen. Alles was ihr benötigt ist ein Internet-Anschluss.

Keine Datenverluste: Da die Daten in Rechenzentren der Betreiber sind und diese für Backups sorgen, sind eure Daten vor Verlusten ziemlich sicher.

Hochverfügbarkeit: Sollte eure Festplatte defekt sein, so sind eure Daten davon nicht betroffen.

Kollaboration: Einige Cloud Dienste bieten die Möglichkeit die Kollaboration einzurichten. So kann innerhalb der Cloud Anwendung mit Kollegen zusammengearbeitet werden. Egal ob ihr per VPN im Firmennetzwerk seid oder nicht.

Nachteile sind jedoch:

Nicht immer kostenlos: Viele Dienste sind nicht in vollkommenem Umgang kostenlos.

Datenschutz: Ihr gebt eure Daten aus eurem Einflussbereich und habt so keine 100%ige Kontrolle mehr darüber. Theoretisch besteht die Gefahr von Datenmissbrauch, auch wenn die Anbieter zusichern dies nicht zu tun.

Update: Neue Studie zur Sicherheit von Cloud Diensten

Abhängigkeit vom Dienstleister: Sollte der Dienstleister Konkurs anmelden oder verkauft werden, so sind die Daten möglicherweise verloren.

Auf viele der eben vorgestellten Dienste werde ich demnächst in eigenen Artikeln detailliert eingehen und die Vor- und Nachteile vorstellen.

Bücher zum Thema Cloud-Computing

Hier sind einige interessante Bücher zu finden:

Cloud Computing: Chancen und Risiken aus technischer und unternehmerischer Sicht

Cloud-Computing für Unternehmen: Technische, wirtschaftliche, rechtliche und organisatorische Aspekte

Cloud Computing: Web-basierte dynamische IT-Services (Informatik im Fokus)

Auf der Seite Bücher-Tipps gibt es noch weitere Hinweise auf interessante Literatur.

Fazit

Ich persönlich finde es eine gute Sache und nutze auch einige Cloud Dienste. Jedoch lade ich keine sensiblen Daten unverschlüsselt hoch und achte darauf bei wichtigen Daten ein Backup lokal vorzuhalten.

Cloud Services haben Vor- und Nachteile. Diese muss jeder für sich abwägen und selbst entscheiden, ob und wie viele Dienste er einsetzen möchte.

Einige Cloud Dienste werde ich in kommenden Artikeln näher vorstellen und genauer darauf eingehen.

Update: die Kollegen von techfacts haben zusammen mit Experten einige Fragen zu Cloud Computing gestellt und beantwortet:

Cloud-Computing im Detail: 50 Fragen verständlich von Fachexperten beantwortet

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Kommentare

  1. Ich nutze selbst massiv Cloud-Services. Dabei ist für mich vor allem wichtig, dass ich Computer und mobile Endgeräte nahtlos in integrieren und zusammen nutzen kann. Hierbei stellt vor allem Dropbox eine solide Basis-Plattform für mich dar. Dort erfasse ich das Meiste im Text- bzw. Markdown-Format und teile das auch mit anderen. Ähnlich verhält es sich mit Fotos.

    Vielleicht magst du den ein oder anderen Dienst einmal vorstellen.

  2. Hallo Hans,

    danke für deinen Kommentar.

    Artikel über Dropbox, Evernote und einige andere Dienste folgen 🙂

    Viele Grüße

  3. Cloud Computing wird in Zukunft sicher einen sehr großen Einfluss auf Internetnutzer haben, da die o.g. Vorteile nicht von der Hand zu weisen sind. Die komplette Musiksammlung unterwegs über das Smartphone abzurufen ist hierdurch kein Problem, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Welche Daten man denn nun tatsächlich „aus der Hand“ gibt, muss jeder für sich entscheiden, sehr wichtige oder private Daten sollte man vielleicht nicht in’s Netz stellen.

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