Windows Computer zeitgesteuert herunterfahren

Es kommt immer wieder vor, dass der Computer mit bestimmten Aufgaben noch nicht fertig ist, jedoch nicht unendlich lang laufen muss. Möchten man nun Windows automatisch zu einer bestimmten Zeit herunterfahren, so gibt es mehrere Wege.

Es existieren (kostenlose) Programme, die die Einstellung über eine hübsche Benutzeroberfläche erlauben. Jedoch bietet auch Windows selbst die Möglichkeit dies ohne Dritthersteller-Programme zu realisieren. Drei Möglichkeiten zum Ziel stelle ich in diesem Artikel vor.

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Third-Party-Tools

Zunächst möchte ich hier einige einfache Programme vorstellen, die die Funktion über eine Oberfläche zur Verfügung stellen.

Ist ein Opensource Programm, das eine einfache, aber vollkommen ausreichende Oberfläche bietet. Ihr habt die Möglichkeit zu entscheiden ob der Computer heruntergefahren, Neugestartet oder in den Ruhezustand gefahren wird. Dabei entscheidet ihr ob dies zum Zeitpunkt X passiert, oder nach einer abgelaufenen Zeitspanne. Eine Installation ist nicht notwendig. Ihr könnt dabei auch entscheiden, ob das Herunterfahren erzwungen werden soll. Wenn ein Programm beispielsweise beim Schließen auf eine Eingabe wartet, wird das Beenden dadurch erzwungen.

Shutdown Timer

Hier handelt es sich ebenfalls um ein kostenloses Programm, das jedoch mehr Optionen bietet.

Shutdown4U erfordert eine Installation, bevor es verwendet werden kann.

Das Programm bietet jedoch umfangreiche Einstellmöglichkeiten.
So entscheidet ihr den Zeitpunkt oder die Zeitspanne ab „jetzt“, wann die Aktion passiert. Aktion kann eines der folgenden sein:

  • Abschalten
  • Herunterfahren
  • Neu starten
  • Abmelden
  • Standby
  • Ruhezustand
  • Kein Shutdown

Shutdown4U Freeware

Durch die vielen Optionen wie Zeiteinstellung (wiederkehrend) und „mit Windows starten“ lässt sich so zum Beispiel auch realisieren, dass ein (Heim-) Server tagsüber eingeschaltet ist, und abends herunterfährt um Strom zu sparen.

Shutdown4U Zeiteinstellung

Weitere Programme zum zeitgesteuerten Herunterfahren des Computers finden sich auch in diesem Software Forum.

Windows-Boardmittel

Wer nicht auf Third-Party-Tools zurückgreifen möchte hat jedoch auch mit Windows selbst die Möglichkeit umfangreiche Einstellungen für das Zeitgesteuerte Herunterfahren festzulegen.

Der Kommandobefehl Befehl „shutdown“ bietet diverse Optionen für das Herunterfahren des Computers.

Start > Ausführen > cmd > OK
öffnet die Kommandozeile. Der Befehl shutdown /? zeigt die möglichen Optionen an, die sehr umfangreich sind:

Syntax: shutdown [/i | /l | /s | /r | /g | /a | /p | /h | /e] [/f]
[/m \\Computer][/t xxx][/d [p:]xx:yy [/c „Kommentar“]]

Keine Argumente Zeigt Hilfe an. Dies entspricht /?.
/? Zeigt die Hilfe an. Dies entspricht einer Eingabe ohne Optionen.
/i Zeigt eine grafische Benutzeroberfläche an.
Dies muss die erste Option sein.
/l Abmelden. Dies kann nicht mit den Optionen /m oder /d verwendet
werden.
/s Fährt den Computer herunter.
/r Fährt den Computer herunter und startet ihn neu.
/g Fährt den Computer herunter und starten ihn neu. Nach dem
Neustart des Systems werden die registrierten Anwendungen neu
gestartet.
/a Bricht das Herunterfahren des Systems ab. Diese Option kann nur
während der Zeitüberschreitungsperiode verwendet werden.
/p Schaltet den lokalen Computer ohne Zeitlimitwarnung aus.
Kann mit den Option /d und /f verwendet werden.
/h Versetzt den lokalen Computer in den Ruhezustand.
Kann mit der Option „/f“ verwendet werden.
/e Dokumentiert die Ursache für das unerwartete Herunterfahren
eines Computers.
/m \\Computer Legt den Zielcomputer fest.
/t xxx Legt die Zeitüberschreitungsperiode vor dem Herunterfahren fest.
Gültiger Bereich: 0-315360000 (10 Jahre), der Standardwert
ist 30.
Wenn der Zeitüberschreitungswert größer ist als 0, wird der
Parameter /f einbezogen.
/c „Kommentar“ Kommentar bezüglich des Neustarts bzw. Herunterfahrens.
Es sind maximal 512 Zeichen zulässig.
/f Erzwingt das Schließen ausgeführter Anwendung ohne Vorwarnung
Der Parameter /f wird einbezogen, wenn ein Wert größer als 0
für den Parameter /t angegeben wird.
/d [p|u:]xx:yy Gibt die Ursache für den Neustart oder das Herunterfahren
an.
„p“ gibt an, dass der Neustart oder das Herunterfahren
geplant ist.
„u“ gibt an, dass die Ursache benutzerdefiniert ist.
Wenn weder „p“ noch „u“ angegeben ist, ist das Neustarten oder
Herunterfahren nicht geplant.
„xx“ ist die Hauptgrundnummer (Zahl kleiner als 256).
„yy“ ist die Nebengrundnummer (Zahl kleiner als 65536).

Gründe auf diesem Computer:
(E = erwartet U = unerwartet P = geplant, C = benutzerdefiniert)
Typ Haupt Neben Titel

Um damit den Computer einfach jetzt sofort herunterzufahren, gebt ihr einfach folgendes ein:

shutdown /t 0 /s

/t steht für die Zeitspanne von 0 Sekunden. /s bedeutet „shutdown“, also herunterfahren. Es wäre auch ein /r für „restart“ möglich.

Soll das Herunterfahren erzwungen werden, so lautet der Befehl:

shutdown /t 0 /s /f

Im Übrigen lässt sich damit auch ein anderer Computer im Netzwerk herunterfahren. Dabei sieht der Befehl folgendermaßen aus:

shutdown /t 0 /s /m \\computer1

Damit würde der Computer mit dem Namen „computer1“ sofort herunterfahren. Dies ist jedoch nur möglich wenn ihr Administrator-Rechte auf dem entfernten Computer habt. Dazu ist eine Domäne notwendig.

Die oben gezeigten Beispiele lassen sich auch in Batch-Dateien integrieren und diese auf Wunsch im Windows Taskplaner regelmäßig ausführen lassen. Auf den Taskplaner werde ich in einem kommenden Artikel eingehen.

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Kommentare

  1. Batch-Dateien sind im Allgemeinen hilfreich. Auf der Arbeit habe nutze ich einen Arbeitsplatz PC der maximal abgesichert ist. Meine einzige Möglichkeit irgendwas zu automatisieren sind gespeicherten Command-Lines. Angelegt sind diese recht einfach: Mit dem Editor eine Textdatei erstellen, den Code einfügen und das ganze speichern. Danach ändert man die Dateiendung auf .cmd.

  2. Korrekt!
    Eine kleine Ergänzung: Um die Dateiendung ändern zu können, muss im Windows Explorer die folgende Option deaktiviert werden:
    Organisieren > Ordner- und Suchoptionen > Reiter „Ansicht“ > „Erweiterung bei bekannten Dateitypen ausblenden“

    Viele Grüße und danke für den Hinweis!

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